Nominierte

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Portrait Peter Bräker by Sarah Imsand

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«Lieber spät als nie!»

Mit 91 Jahren bekommt Lilo Pulver die grösste Auszeichnung des heimischen Filmschaffens – den Ehrenpreis des Schweizer Films. Die Grande Dame über Preise, Pandemie – und was sie rückblickend anders machen würde im Leben. Ein Interview in der Schweizer Illustrierte vom 19.03.2021. Text von Sandra Casalini.

Als Lilo Pulver im Oktober 2019 ihren 90. Geburtstag feiert, empfängt sie die Schweizer Illustrierte in ihrem Zuhause, der Seniorenresidenz Burgerspittel in Bern. Wer der siebenfachen Bambi-Gewinnerin und Golden-Globe-Nominierten (für den Hollywood-Film «Staatsaffären») gegenübersitzt, ist gefangen von ihrem Charme und ihrem Schalk, hängt an ihren Lippen, will kein Wort, keine Geste dieser Ikone verpassen. Die Fragen zur Verleihung des Ehrenpreises des Schweizer Films für ihr Lebenswerk beantwortet die Vreneli-Darstellerin aus «Uli der Knecht» dieser Tage lieber schriftlich. Sie tut dies kurz und knapp, aber in typischer Pulver-Manier auf den Punkt – und mit viel Humor.

Lilo Pulver, wo werden Sie sein, wenn Ihnen am 26. März der Schweizer Filmpreis per Livestream überreicht wird?
Ich werde gemütlich in meinem Zimmer vor dem Fernseher sitzen und mir die Preisverleihung anschauen. Mein Sohn und meine Schwiegertochter werden bei mir sein.

Finden Sie es schade, dass die Veranstaltung nicht wie gewohnt stattfinden kann?
Ehrlich gesagt ist es mir – für mich persönlich – lieber so. Ich möchte nicht mehr so gern reisen.

Was bedeutet Ihnen dieser Preis?
Sehr viel, da er ein offizieller Kulturpreis meines Heimatlandes ist. Er ist also eine staatliche Würdigung meiner Karriere. Damit fühle ich mich fast wieder wie zwanzig.

Sie haben schon so viele Preise erhalten im Verlauf Ihrer Karriere. Verlieren diese damit nicht ein bisschen an Bedeutung?
Gar nicht. Preise sind für mich immer eine Belohnung für meine Arbeit und eine Würdigung meiner Karriere. Ihre anderen Preise sind in einem Safe.

Kommt der Schweizer Filmpreis auch dahin, oder bekommt er einen speziellen Platz?
Ich stelle ihn in meinem Zimmer aus.

Der Preis ist mit 30'000 Franken dotiert. Was machen Sie damit?
Als gute Bernerin werde ich das Geld ansparen, auf jeden Fall nicht gleich ausgeben. Man weiss nie, ob man es mal für wichtige Ausgaben braucht.

Den Ehrenpreis des deutschen Films haben Sie bereits 1980 erhalten. Wie finden Sie es, dass er in Ihrer Heimat so spät kommt?
Lieber spät als nie!

Sie sind während Ihrer gesamten internationalen Karriere der Schweiz als Wohnort stets treu geblieben. Was bedeutet Heimat für Sie?
Heimat ist da, wo ich mich am wohlsten fühle, an den Orten, die mich an meine Kindheit erinnern.

Worauf sind Sie besonders stolz in Ihrem Schaffen?
Auf meine Bambis und auf die Filme mit meinem Mann Helmut Schmid.

Was hätten Sie rückblickend anders gemacht?
Ich hätte meine Karriere besser geplant, um mich nicht zwischen verschiedenen guten Angeboten entscheiden zu müssen.

Welche war die schönste Zeit Ihres Lebens, welche die schwierigste?
Die schönste waren die ersten Jahre nach unserer Hochzeit mit den Geburten unserer beiden Kinder. Die schwierigste war jeweils diejenige um den Tod meiner Tochter und meines Mannes (Anm. d. Red.: Tochter Mdlisande, 21, kam 1989 bei einem Sturz ums Leben. Helmut Schmid starb 1992 an Herzversagen).

Wie haben Sie dieses vergangene Pandemie-Jahr erlebt?
Ich war in meinem persönlichen Alltag kaum eingeschränkt, nur der Besuch wurde zeitweise reduziert und war nur unter gewissen Vorsichtsmassnahmen möglich. Den telefonischen Kontakt habe ich weiterhin gepflegt. Ich war vom Trubel um das Virus fast gar nicht betroffen.

Wie möchten Sie der Welt dereinst in Erinnerung bleiben?
Als eine natürliche und lustige, aber trotzdem ernst zu nehmende Schauspielerin.
 

Premio del cinema svizzero 2021: intervista con Agnese Làposi.

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Interview mit Alice Schmid – BURNING MEMORIES

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«Il mio corpo»: Filmgespräch mit Michele Pennetta

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«Mare»: Zwischen Fürsorge und Selbstliebe

Andrea Štaka lässt nahe des kroatischen Küstenorts Dubrovnik eine Frau in ihren Vierzigern aus dem immer gleichen Familienalltag ausbrechen – ganz abseits von Jetset und Ferienträumen. Andrea Štaka ist mit Mare nominiert in der Kategorie «Bester Spielfilm».

«Platzspitzbaby»: Nicht ohne meine Mutter, aber auch nicht mit ihr

Pierre Monnard schildert eindringlich das Heranwachsen eines Mädchens, das zerrissen wird zwischen seinem Bedürfnis nach Normalität und der Liebe zu seiner drogensüchtigen Mutter. «Platzspitzbaby» ist in den Kategorien «Bester Spielfilm», «Bestes Drehbuch», «Beste Montage» sowie zweimal in der Kategorie «Beste Darstellerin» nominiert.

«Amazonen einer Grossstadt»: Die unerschrocken Mutigen

Die Innerschweizerin Thaïs Odermatt spürt in ihrem ersten Kinodokumentarfilm «Amazonen einer Grossstadt» der eigenen und gesellschaftlichen Vorstellung der kämpferischen Frau nach. Sie ist nominiert in der Kategorie «Bester Abschlussfilm».

«Citoyen Nobel»: Was den Grosspapi der Klimajugend antreibt

Citoyen Nobel ist ein Portrait über Jacques Dubochet, den Schweizer Nobelpreisträger in Chemie, der entscheiden muss, wofür er seine neugewonnene Stimme nutzen will. Karine Sudan ist mit Citoyen Nobel nominiert in der Kategorie «Beste Montage».

Der Blick aus dem Fenster: «Nemesis» von Thomas Imbach

Das Leben ist eine Baustelle: Thomas Imbach hat in seinem Film «Nemesis» den Abbruch des Zürcher Güterbahnhofs abgefilmt – aus dem Wohnungsfenster.

«Nemesis» deckt über sieben Jahre hinweg drei Phasen ab. Den Abriss des alten Güterbahnhofs, die lange Zeit der planierten und bewachten Brache, und schliesslich den Bau des neuen Polizeizentrums, während dem noch einmal die ganze technische Faszination der Vorgänge im Zeitraffer für grossartige Bilder sorgt.

Thomas Imbach ist einmal mehr ein gleichzeitig persönlicher und universeller Dokumentarfilm gelungen, der gesellschaftliche Fragen nach Stadtentwicklung, zum Umgang mit anderen Menschen und mit individueller Verantwortung zu einem attraktiven Bild- und Tonstrom verbindet.

Dimitri Stapfer, der neue Star am Schweizer Fernsehhimmel?

Einmal als schwuler Schwimmtrainer, einmal als Fahnder nach deutschen Kriegsverbrechern: Sehr körperlich, immer mit Vollgas spielt sich Dimitri Stapfer in den Schweizer Schauspielorbit. Im Interview mit dem Grenchner Tagblatt im Oktober 2020 erzählt Dimitri, wie er sich auf die Rolle als schwuler Schwimmtrainer in Beyto vorbereitet hat.

Schwesterlein

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Nominiert Bester Spielfilm:
SCHWESTERLEIN von Stéphanie Chuat, Véronique Reymond (Vega Film AG, Ruth Waldburger)

Im Gespräch mit Simone Giampaolo

Only a Child entstand aus einer ebenso einfachen wie ehrgeizigen Idee: Einer der eindringlichsten Reden über die Umwelt, die jemals gehalten wurde, Leben, Form und Farbe zu verleihen. Nämlich der von Severn Cullis-Suzuki, der 1992 im Alter von gerade einmal 12 Jahren auf dem Gipfel der Vereinten Nationen in Rio sprach.

«My dad always says ‹you are what you do, not what you say›. Well, what you do makes me cry at night», Severn Cullis-Suzuki (1992)

Die von Severn Cullis-Suzuki angesprochenen Probleme sind nicht gelöst. Im Gegenteil, sie haben sich in der Zwischenzeit verschärft und die Frage der globalen Erwärmung ist zum bestimmenden Thema des 21. Jahrhunderts geworden. Also dachte ich, ich würde Severn (die im Umweltbereich immer noch so aktiv ist) persönlich kontaktieren. Severn war sofort begeistert von der Idee, ihre Rede in eine Animation zu verwandeln.

Ich hatte das Gefühl, dass ich diesen Kurzfilm nicht alleine machen konnte. Ich brauchte mehr Blickwinkel, Sensibilität und Autoren-«Hände». Gerade weil das Thema so komplex und wichtig ist, dass es eine Vielzahl von Interpretationen und Sichtweisen braucht. Only a Child will die Vielfalt und Qualität der Schweizer Animation in den verschiedenen Sprachregionen und Kantonen des Landes sichtbar machen. Ein wunderbares Team von mehr als zwanzig Fachleuten war geboren, und auch wenn diese Mischung anfangs eine schwierige Herausforderung zu sein schien, erwies sie sich am Ende als eine perfekte und harmonische Vereinigung von vielfältigen und artikulierten Visionen.

Für die Produktion habe ich mich an Amka Films Productions gewandt, weil sie sich schon immer mit aktuellen Themen und menschlicher Tiefe beschäftigt hat. Für Amka Films war es eine besondere Herausforderung, da das Unternehmen noch nie direkt mit Animation zu tun hatte. Eine Gelegenheit, die die Produktionsfirma mit Leidenschaft und Enthusiasmus begrüsste. Das Treffen mit Tiziana Soudani war aufschlussreich und überraschend. Obwohl sie wenig über Animation wusste, glaubte sie fest an die Botschaft, die ich vermitteln wollte, und an meine Vision, wie sie zu vermitteln sei. Tiziana war äusserst neugierig, engagiert, initiativ und immer voller Ideen und Ermutigungen. Ich verdanke es hauptsächlich ihr, dass Only a Child entstand. Ich bin sehr dankbar für diesen Erfolg und mein Dank geht an alle meine Animationskollegen und an diejenigen, die an mich und an dieses «kleine Mädchen» geglaubt haben, besonders an meine Produzentinnen Tiziana Soudani und Gabriella de Gara.


Originalversion:

Only a Child nasce da un’idea tanto semplice quanto ambiziosa: dare vita, forma e colore a uno dei più intensi discorsi sull’ambiente mai pronunciati, quello di Severn Cullis-Suzuki che nel 1992, a soli 12 anni, parlò al vertice delle Nazioni Unite di Rio.

I problemi che Severn Cullis-Suzuki solleva non si sono risolti, anzi sono peggiorati nel frattempo e la questione del riscaldamento globale è diventato l’argomento portante del 21° secolo. È così che ho pensato di contattare personalmente Severn (ancora oggi più attiva che mai in campo ambientale) che si è subito mostrata entusiasta dell’idea di trasformare il suo discorso in un’animazione.

Sentivo anche di non poter fare questo cortometraggio da solo, avevo bisogno di più sguardi, sensibilità e «mani» autoriali proprio perché il tema è cosi complesso e importante che necessita di una molteplicità di interpretazioni e punti di vista. Only a Child vuole anche dare visibilità alla diversità e alla qualità dell’animazione svizzera nelle diverse regioni linguistiche del paese e in diversi Cantoni. È quindi nata una squadra meravigliosa di oltre venti professionisti e se all’inizio questo mix poteva sembrare una sfida difficile da affrontare alla fine si è rivelato un connubio perfetto ed armonico di visioni molteplici ed articolate che ci ha permesso di mettere la nostra forma d’arte al servizio del pianeta.

Per la produzione mi sono rivolto ad Amka Films Productions perché da sempre tratta temi di attualità e spessore umano. Per Amka Films si è trattato di una sfida particolare non essendo mai stata coinvolta direttamente nell’animazione, un’opportunità che la società di produzione ha accolto con passione ed entusiasmo. L’incontro con Tiziana Soudani è stato rivelatore e sorprendente. Pur conoscendo poco di animazione, ha creduto fortemente nel messaggio che volevo dare e nella mia visione di come veicolarlo. Si è dimostrata estremamente curiosa, coinvolta e propositiva, sempre ricca di spunti e di incoraggiamenti e devo soprattutto a lei se adesso Only a child esiste. Sono davvero emozionato e grato per questo traguardo e la mia gratitudine va a tutti i miei colleghi animatori, e a chi ha creduto in me e in questa «piccola bambina», in particolare alle mie produttrici Tiziana Soudani e Gabriella de Gara.

Only a Child

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Nominiert Bester Animationsfilm:
ONLY A CHILD von Simone Giampaolo (Amka Films Productions SA, Gabriella de Gara)

DEINE STRASSE an der Berlinale 2021

DEINE STRASSE von Güzin Kar – nominiert in der Kategorie «Bester Kurzfilm» – ist an der Berlinale 2021 für den Goldenen Bären für den Besten Kurzfilm und den Silbernen Bären Preis der Jury (Kurzfilm) nominiert. Liebe Güzin, wir gratulieren herzlich!

Schweizer Filmpreis 2021 am 26.3.2021 um 19.00 Uhr

Auf dieser Plattform könnt ihr am Freitag, 26. März 2021, um 19.00 Uhr die Preisverleihung im Live-Stream aus den Studios von RTS mitverfolgen. Zudem findet ihr die spannendsten Themen und Geschichten rund um die Preisverleihung und über die Anwärterinnen und Anwärter im Rennen um den begehrten Quartz. Hier die Nominierten auf einen Blick:

Bester Spielfilm, je Nomination CHF 25'000
ATLAS von Niccolò Castelli (Imago Film SA, Villi Hermann)
MARE von Andrea Štaka (Okofilm Productions GmbH, Andrea Štaka, Thomas Imbach)
PLATZSPITZBABY von Pierre Monnard (C-FILMS AG, Peter Reichenbach)
SCHWESTERLEIN von Stéphanie Chuat, Véronique Reymond (Vega Film AG, Ruth Waldburger)
WANDA, MEIN WUNDER von Bettina Oberli (Zodiac Pictures Ltd, Lukas Hobi, Reto Schaerli)

Bester Dokumentarfilm, je Nomination CHF 25'000
5 NOUVELLES DU CERVEAU von Jean-Stéphane Bron (Bande à part Films Sàrl, Lionel Baier)
DAS NEUE EVANGELIUM von Milo Rau (Langfilm – Bernard Lang AG, Olivier Zobrist)
IL MIO CORPO von Michele Pennetta (Close Up Films Sàrl, Joëlle Bertossa, Flavia Zanon)
NEMESIS von Thomas Imbach (Okofilm Productions GmbH, Thomas Imbach, Andrea Štaka)
SAUDI RUNAWAY von Susanne Regina Meures (Christian Frei Filmproduktion GmbH, Christian Frei)

Bester Kurzfilm, je Nomination CHF 10’000
DAS SPIEL von Roman Hodel (Ensemble Film GmbH, Franziska Sonder)
DEINE STRASSE von Güzin Kar (Güzin Kar)
RED ANTS BITE von Elene Naveriani (Alva Film Production Sàrl, Britta Rindelaub)
TROU NOIR von Tristan Aymon (Association Terrainvague, Isabelle Zampiero)
TUFFO von Jean-Guillaume Sonnier (Association Casa Azul Films, Jean-Guillaume Sonnier, Fabrice Aragno)

Bester Animationsfilm, je Nomination CHF 10'000
DARWIN'S NOTEBOOK von Georges Schwizgebel (Studio GDS, Georges Schwizgebel)
ÉCORCE von Samuel Patthey, Silvain Monney (DOK MOBILE SA, Mark Olexa, Francesca Scalisi)
ONLY A CHILD von Simone Giampaolo (Amka Films Productions SA, Gabriella de Gara)

Bestes Drehbuch, je Nomination CHF 5'000
MARE – Andrea Štaka
PLATZSPITZBABY – André Küttel
SCHWESTERLEIN – Stéphanie Chuat, Véronique Reymond

Beste Darstellerin, je Nomination CHF 5'000
Rachel Braunschweig (Marina) in SPAGAT / ШПАГАТ
Luna Mwezi (Mia) in PLATZSPITZBABY
Sarah Spale (Sandrine) in PLATZSPITZBABY

Beste Nebendarstellerin / Bester Nebendarsteller, je Nomination CHF 5'000
Masha Demiri (Ulyana) in SPAGAT / ШПАГАТ
Marthe Keller (Kathy) in SCHWESTERLEIN
Dimitri Stapfer (Mike) in BEYTO

Beste Filmmusik, je Nomination CHF 5'000
5 NOUVELLES DU CERVEAU – Christian Garcia-Gaucher
BURNING MEMORIES – Alice Schmid
NOT ME – A JOURNEY WITH NOT VITAL – Marcel Vaid

Beste Kamera, je Nomination CHF 5'000
ATLAS – Pietro Zuercher
NOT ME – A JOURNEY WITH NOT VITAL – Benny Jaberg
SCHWESTERLEIN – Filip Zumbrunn

Beste Montage, je Nomination CHF 5'000
CITOYEN NOBEL – Karine Sudan
PLATZSPITZBABY – Sophie Blöchlinger
SCHWESTERLEIN – Myriam Rachmuth

Bester Ton, je Nomination CHF 5'000
MARE – Benoît Barraud, Peter Bräker
NEMESIS – Peter Bräker
SCHWESTERLEIN – Patrick Storck, Gina Keller, Jacques Kieffer

Bester Abschlussfilm, je Nomination CHF 2'500
ALMA NEL BRANCO von Agnese Làposi (École Cantonale d'Art de Lausanne ECAL, IDIP Films Sàrl)
AMAZONEN EINER GROSSSTADT von Thaïs Odermatt (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Maximage GmbH)
BIĆEMO NAJBOLJI von Jelena Vujović (Zürcher Hochschule der Künste ZHdK)