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Heute ist es soweit!

Um 19.00 Uhr wird der beliebte Quartz verliehen. Folge dem Schweizer Filmpreis jetzt auf Instagram und blicke hinter die Kulissen, bevor es losgeht 🎬🤩🙌🏼

Portrait Sophie Blöchlinger by Youssef Youssef

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Portrait Peter Bräker by Sarah Imsand

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Schweizer Filmpreis 2021

Drogen, Geschwister, Abrissbirne – Kritikerrunde zum Filmpreis

Gewinnt das hochkarätig besetzte internationale Drama «Schwesterlein» oder doch eher der Film zum Zürcher Platzspitz den Schweizer Filmpreis? Und warum wird der Preis in der Kategorie männlicher Hauptdarsteller 2021 nicht vergeben? Die Kritikerrunde zum Schweizer Filmpreis, geleitet von Monika Schärer.

Was für die Kultur generell gilt, stimmt erst recht für das Schweizer Filmschaffen: Kommerziell war 2020 eine Katastrophe. Die meisten nominierten Filme entstanden zwar vor der Pandemie, aber weil die Kinos monatelang geschlossen waren, hat sie noch kaum jemand gesehen. Der im Zürcher Drogenmilieu der 1990er-Jahre angesiedelte Spielfilm «Platzspitzbaby» von Pierre Monnard und das hochkarätig besetzte Drama «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond bilden hier die Ausnahme. Der Schweizer Filmpreis wird heuer trotzdem vergeben, allerdings nicht an einen männlichen Hauptdarsteller. Ob dies eine Konsequenz der Frauenförderung von Bund und Kantonen ist? Jedenfalls fällt auf, dass sowohl vor als auch hinter der Kamera viele starke Frauen stehen: die Schauspielerinnen Sarah Spale, Luna Mwezi und Rachel Braunschweig, die Regisseurinnen Andrea Štaka, Bettina Oberli und das welsche Regieduo Chuat und Reymond. Im Dokumentarfilm dominieren allerdings die Männer. Jean-Stéphane Bron – seit Jahren ein sicherer Wert – ist für «5 nouvelles du cerveau» nominiert, einer Annäherung an jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die dem Geheimnis des menschlichen Gehirns auf der Spur sind. Ebenso nominiert ist das formal bestechende und bereits mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnete Werk «Nemesis» von Thomas Imbach. Welche Filme weshalb die grösste Chance auf den Schweizer Filmpreis haben, diskutieren die Filmhistorikerin Marcy Goldberg, die Filmwissenschaftlerin Denise Bucher («NZZ am Sonntag») und der Filmredaktor Selim Petersen (SRF) mit Monika Schärer.
 

Ein Original Soundtrack für den Schweizer Filmpreis

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Wer an der Nacht der Nominationen gut aufgepasst hat, wurde hellhörig: Hat der Schweizer Filmpreis erstmals einen eigenen Soundtrack? Stimmt! Hinter der so eingängigen wie glamourösen Melodie steckt das Komponisten-Trio für Werbe- und Filmmusik Diego Baldenweg mit Nora Baldenweg und Lionel Baldenweg aka «Great Garbo».

Die Geschwister Baldenweg – 2018 gewannen sie für «Die kleine Hexe» den Quartz für die «Beste Filmmusik» – komponierten im Auftrag des Schweizer Filmpreises die dramaturgisch musikalische Untermalung sowie ein zeitloses musikalisches Signet, das uns emotional direkt mit den Gefühlswelten der Filme und mit ihren Macherinnen und Machern verbindet. Ob die neue Quartz-Melodie von Alphörnern, Rockgitarren, von DJs oder von einem Jazz-Quartett interpretiert wird, spielt dabei keine Rolle, denn es galt das Motto: Je vielfältiger die Interpretationsmöglichkeiten, desto stärker die Identität! «Es geht darum, eine universale Botschaft rüberzubringen», erklären die Geschwister Baldenweg im Interview.

Die erste Aufnahme konnte dank einer Kollaboration mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) eingespielt werden, die für den prestigeträchtigen Anlass eigens ein Filmorchester auf die Beine stellte. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten-Trio notierten, transkribierten, nahmen auf und mischten die Studierenden den Soundtrack in einer Art Masterclass. Einer Uraufführung im Rahmen der letztjährigen Preisverleihung in Zürich schien nichts im Wege zu stehen. Dann kam die Pandemie und die Award-Show 2020 musste abgesagt werden. Nun feiern die neuen Klänge an der 24. Verleihung des Schweizer Filmpreises vom 26. März in Genf Premiere: Für grosse Gefühle ist auch musikalisch gesorgt!

Credits

Premio del cinema svizzero 2021: intervista con Agnese Làposi.

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«Lieber spät als nie!»

Mit 91 Jahren bekommt Lilo Pulver die grösste Auszeichnung des heimischen Filmschaffens – den Ehrenpreis des Schweizer Films. Die Grande Dame über Preise, Pandemie – und was sie rückblickend anders machen würde im Leben. Ein Interview in der Schweizer Illustrierte vom 19.03.2021. Text von Sandra Casalini.

Als Lilo Pulver im Oktober 2019 ihren 90. Geburtstag feiert, empfängt sie die Schweizer Illustrierte in ihrem Zuhause, der Seniorenresidenz Burgerspittel in Bern. Wer der siebenfachen Bambi-Gewinnerin und Golden-Globe-Nominierten (für den Hollywood-Film «Staatsaffären») gegenübersitzt, ist gefangen von ihrem Charme und ihrem Schalk, hängt an ihren Lippen, will kein Wort, keine Geste dieser Ikone verpassen. Die Fragen zur Verleihung des Ehrenpreises des Schweizer Films für ihr Lebenswerk beantwortet die Vreneli-Darstellerin aus «Uli der Knecht» dieser Tage lieber schriftlich. Sie tut dies kurz und knapp, aber in typischer Pulver-Manier auf den Punkt – und mit viel Humor.

Lilo Pulver, wo werden Sie sein, wenn Ihnen am 26. März der Schweizer Filmpreis per Livestream überreicht wird?
Ich werde gemütlich in meinem Zimmer vor dem Fernseher sitzen und mir die Preisverleihung anschauen. Mein Sohn und meine Schwiegertochter werden bei mir sein.

Finden Sie es schade, dass die Veranstaltung nicht wie gewohnt stattfinden kann?
Ehrlich gesagt ist es mir – für mich persönlich – lieber so. Ich möchte nicht mehr so gern reisen.

Was bedeutet Ihnen dieser Preis?
Sehr viel, da er ein offizieller Kulturpreis meines Heimatlandes ist. Er ist also eine staatliche Würdigung meiner Karriere. Damit fühle ich mich fast wieder wie zwanzig.

Sie haben schon so viele Preise erhalten im Verlauf Ihrer Karriere. Verlieren diese damit nicht ein bisschen an Bedeutung?
Gar nicht. Preise sind für mich immer eine Belohnung für meine Arbeit und eine Würdigung meiner Karriere. Ihre anderen Preise sind in einem Safe.

Kommt der Schweizer Filmpreis auch dahin, oder bekommt er einen speziellen Platz?
Ich stelle ihn in meinem Zimmer aus.

Der Preis ist mit 30'000 Franken dotiert. Was machen Sie damit?
Als gute Bernerin werde ich das Geld ansparen, auf jeden Fall nicht gleich ausgeben. Man weiss nie, ob man es mal für wichtige Ausgaben braucht.

Den Ehrenpreis des deutschen Films haben Sie bereits 1980 erhalten. Wie finden Sie es, dass er in Ihrer Heimat so spät kommt?
Lieber spät als nie!

Sie sind während Ihrer gesamten internationalen Karriere der Schweiz als Wohnort stets treu geblieben. Was bedeutet Heimat für Sie?
Heimat ist da, wo ich mich am wohlsten fühle, an den Orten, die mich an meine Kindheit erinnern.

Worauf sind Sie besonders stolz in Ihrem Schaffen?
Auf meine Bambis und auf die Filme mit meinem Mann Helmut Schmid.

Was hätten Sie rückblickend anders gemacht?
Ich hätte meine Karriere besser geplant, um mich nicht zwischen verschiedenen guten Angeboten entscheiden zu müssen.

Welche war die schönste Zeit Ihres Lebens, welche die schwierigste?
Die schönste waren die ersten Jahre nach unserer Hochzeit mit den Geburten unserer beiden Kinder. Die schwierigste war jeweils diejenige um den Tod meiner Tochter und meines Mannes (Anm. d. Red.: Tochter Mdlisande, 21, kam 1989 bei einem Sturz ums Leben. Helmut Schmid starb 1992 an Herzversagen).

Wie haben Sie dieses vergangene Pandemie-Jahr erlebt?
Ich war in meinem persönlichen Alltag kaum eingeschränkt, nur der Besuch wurde zeitweise reduziert und war nur unter gewissen Vorsichtsmassnahmen möglich. Den telefonischen Kontakt habe ich weiterhin gepflegt. Ich war vom Trubel um das Virus fast gar nicht betroffen.

Wie möchten Sie der Welt dereinst in Erinnerung bleiben?
Als eine natürliche und lustige, aber trotzdem ernst zu nehmende Schauspielerin.
 

Interview mit Alice Schmid – BURNING MEMORIES

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Woche der Nominierten: Tickets ab sofort erhältlich!

Sichern Sie sich ab heute ein oder mehrere Tickets zu allen nomierten Filmen! Sie können die Filme im Streaming gemäss Programm sehen. Preis: Fr. 5.– pro Film oder Kurzfilmprogramm von Montag bis Freitag. Gratis (Fr. 0.–) pro prämierter Film am Wochenende vom 27. bis 28. März 2021. Programm, praktische Informationen und Ticketkauf über: www.filmpodium.ch oder www.cinemas-du-grutli.ch. Wir wünschen Euch eine spannende Woche!

«Il mio corpo»: Filmgespräch mit Michele Pennetta

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Woche der Nominierten: Programm 22.–28. März 2021

Die Verleihung des Schweizer Filmpreises wird mit der «Woche der Nominierten» begleitet. Vom 22. bis 28. März sind alle nominierten Filme – und am Wochenende nochmals alle prämierten Filme – online im Streaming zu sehen. Zu den Filmen gelangen Sie über die Internetseiten der beiden Partnerkinos www.filmpodium.ch und www.cinemas-du-grutli.ch.

Preis: Fr. 5.– pro Film (oder Kurzfilmprogramm) von Montag bis Freitag, gratis (Fr. 0.–) während dem Wochenende. Kauf der Tickets möglich ab 15. März über beide Internetseiten. Das tägliche Filmprogramm sowie die Benutzer-Erklärungen finden Sie hier: Programm.

Ermöglicht wird die «Woche der Nominierten» durch das Engagement der Association «Quartz» Genève Zürich, in welcher Kanton und Stadt Genf sowie die Stadt Zürich zusammengeschlossen sind sowie dank eines Beitrags des Kantons Zürich und in Zusammenarbeit mit dem BAK (Schweizer Filmpreis) und der SRG SSR.

«Mare»: Zwischen Fürsorge und Selbstliebe

Andrea Štaka lässt nahe des kroatischen Küstenorts Dubrovnik eine Frau in ihren Vierzigern aus dem immer gleichen Familienalltag ausbrechen – ganz abseits von Jetset und Ferienträumen. Andrea Štaka ist mit Mare nominiert in der Kategorie «Bester Spielfilm».

Die Stärke des Schweizer Films zeigt sich in seiner Vielfalt

Wo steht der Schweizer Film heute? Ein Gespräch mit Ivo Kummer, Präsident der Nominierungskommission, zur Verleihung des Schweizer Filmpreises. Ein Bericht von Sabine Knosala der ProgrammZeitung Basel.

Wie beurteilen Sie den Jahrgang 2020 des Schweizer Filmschaffens?
Ivo Kummer: In diesem Jahr fällt besonders auf, dass gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen wurden – zum Beispiel in den Spielfilmen «Schwesterlein» und «Platzspitzbaby» oder bei den Dokumentarfilmen «Das neue Evangelium» und «Saudi Runaway». Viele Filme reflektieren gesellschaftliche Phänomene, hinterfragen Systeme oder rücken Einzelschicksale in den Fokus. Sie sind nicht belehrend, sondern nehmen ihr Publikum ernst und überlassen ihm die Einordnung der Aussagen. Es fällt auch auf, dass auf fast allen Kontinenten gedreht wurde.

Was ist typisch für den aktuellen Schweizer Film?
Die Stärke des Schweizer Films zeigt sich in seiner Vielfalt. Aufgrund der viersprachigen Schweiz vermischen sich verschiedene Kulturen, Sichtweisen und Themenfelder, ob im Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilm. Auf diese reiche Ernte, die auch bei internationalen Filmfestivals Erfolge feiert, dürfen wir stolz sein.

In welchen Bereichen muss der Schweizer Film noch besser werden?
Jedes Filmprojekt ist eine neue Herausforderung, jedes Filmwerk ein Unikat. Deshalb ist es schwer zu sagen, in welchem Bereich der Schweizer Film noch besser werden sollte. Fakt ist aber, dass sich in den vergangenen Jahren die Schweizer Filmbranche stark professionalisiert hat und sich spezifische Fachkompetenzen aufgebaut haben.

In den USA ist es Hollywood. Wo ist in der Schweiz die Filmbranche zu Hause?
Die Schweizer Filmbranche ist kaum mit Hollywood zu vergleichen. Bei uns sind viele Produktionsfirmen typische KMU, in Hollywood gibt es mit den grossen Studios eine Industrie. Zürich hat sich als Zentrum, vor allem bei den filmtechnischen Betrieben, etablieren können. Doch dank anderer regionaler Filmförderungen wie in Basel, Bern oder der Westschweiz haben sich in jüngster Zeit andere Standorte entwickeln können und den dort wohnhaften Filmschaffenden eine Perspektive ermöglicht.

Wie hat Corona die Filmszene im letzten Jahr beeinflusst?
Corona zeigte und zeigt noch heute gravierende Auswirkungen auf die Filmbranche. Durch die Schliessung der Kinos entgingen über zwei Drittel der gewohnten Umsätze, Dreharbeiten wurden unterbrochen oder verschoben und Filmfestivals fanden nicht oder in hybrider Form statt. Wichtig ist nun, dass man sich auf die Zeit nach der Pandemie vorbereitet und ein achtsames Hochfahren der Betriebe sicherstellen kann, das heisst auch, dass man das Publikum aus der guten Stube mit Streaming-Angeboten wieder zurück an den Ort holen kann, wo sich der Film am besten und eindrücklichsten entfalten kann: auf der grossen Leinwand im Kino und mit anderen Menschen zusammen.

Foto: Ivo Kummer, Präsident der Nominierungskommission, © moduleplus

«Platzspitzbaby»: Nicht ohne meine Mutter, aber auch nicht mit ihr

Pierre Monnard schildert eindringlich das Heranwachsen eines Mädchens, das zerrissen wird zwischen seinem Bedürfnis nach Normalität und der Liebe zu seiner drogensüchtigen Mutter. «Platzspitzbaby» ist in den Kategorien «Bester Spielfilm», «Bestes Drehbuch», «Beste Montage» sowie zweimal in der Kategorie «Beste Darstellerin» nominiert.

«Amazonen einer Grossstadt»: Die unerschrocken Mutigen

Die Innerschweizerin Thaïs Odermatt spürt in ihrem ersten Kinodokumentarfilm «Amazonen einer Grossstadt» der eigenen und gesellschaftlichen Vorstellung der kämpferischen Frau nach. Sie ist nominiert in der Kategorie «Bester Abschlussfilm».

«Citoyen Nobel»: Was den Grosspapi der Klimajugend antreibt

Citoyen Nobel ist ein Portrait über Jacques Dubochet, den Schweizer Nobelpreisträger in Chemie, der entscheiden muss, wofür er seine neugewonnene Stimme nutzen will. Karine Sudan ist mit Citoyen Nobel nominiert in der Kategorie «Beste Montage».